HomannQuartier Dissen am Teutoburger Wald

52°06'50.8"N 8°11'42.4"E
Städtebau
Dissen am Teutoburger Wald
ca. 20 ha
2026
Dissen HomannQuartier: Modellfoto

Städtebaulicher Realisierungswettbewerb "Homann-Gelände" in Dissen am Teutoburger Wald

Info
Visualisierung
Fläche
ca. 20 ha
Bearbeitungszeitraum
02/2026 - 05/2026
Über das Projekt
Die Firma Homann hat über einen Zeitraum von rund eineinhalb Jahrhunderten an der Bahnhofstraße in Dissen am Teutoburger Wald einen bedeutenden Produktionsstandort für Mayonnaise, Salate und andere Lebensmittel betrieben. Zum Jahresende 2022 wurde die Produktion am Standort vollständig eingestellt. Das ehemalige Betriebsgelände wurde durch die OLEG (Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft mbH – beteiligt sind: LK Osnabrück, kreisangehörige Gemeinden Osnabrück und Sparkassen) im Auftrag der Stadt Dissen aTW erworben. Parallel hierzu wurde das Areal gemeinsam mit angrenzenden Bereichen im Jahr 2024 in das Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ des Bundes und des Landes Niedersachsen aufgenommen. Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Dissen aTW beschlossen, für die zentral gelegenen Flächen einen städtebaulichen Realisierungswettbewerb durchzuführen. Ziel war es, qualitätsvolle und zukunftsorientierte Planungsvorschläge für die Entwicklung eines neuen, identitätsstiftenden Stadtquartiers zu erhalten, das neue Perspektiven für Wohnen, Arbeiten und städtisches Leben eröffnet. Zugleich sollte über den Wettbewerb ein qualifiziertes Planungsteam für die Erarbeitung eines städtebaulichen Rahmenplans gebunden werden.
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Dissen HomannQuartier: Fußgängerperspektive Wohnhof
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Dissen HomannQuartier: Schwarzplan
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Dissen HomannQuartier: Lageplan
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Dissen HomannQuartier: Fußgängerperspektive Anger
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Dissen HomannQuartier: Vertiefungsbereich 1
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Dissen HomannQuartier: Vertiefungsbereich 2
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Dissen HomannQuartier: Schematische Darstellungen
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Dissen HomannQuartier: Fußgängerperspektive Wohnhof
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Dissen HomannQuartier: Schwarzplan
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Dissen HomannQuartier: Lageplan
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Dissen HomannQuartier: Fußgängerperspektive Anger
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Dissen HomannQuartier: Vertiefungsbereich 1
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Dissen HomannQuartier: Vertiefungsbereich 2
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Dissen HomannQuartier: Schematische Darstellungen

Leitideen

  • Weiche Schale, harter Kern Der industriehistorische Kern schafft die Identifikation und die urbane Mitte des Quartiers. Die Randbereiche integrieren sich in die vorhandene städtebauliche Struktur.
  • Fremdkörper wird zu Stadt Das bisher unzugänglichen Firmengelände öffnet sich. Durch Wegeverbindungen zwischen Osnabrücker Straße und Bahnhofstraße sowie in Richtung Stadtzentrum wird es zu einem selbstverständlichen Teil Dissens.
  • Anger als lebendiges Herz / Entrée-Platz als Adresse Der zentral gelegene Anger bildet die neue Mitte des Quartiers. Hier bündeln sich die zentralen Funktionen des täglichen Lebens. Dagegen bildet der Fritz-Homann-Platz mit seinen markanten Bestandsgebäuden und dem geplanten Museum das Entrée und repräsentiert das HomannQuartier nach außen.  

Bebauungs-/Nutzungskonzept

Mit dem HomannQuartier entsteht ein Wohnquartier, welches die Körnigkeit und Typologien des umgebenden Bestandes aufgreift und fortschreibt. Dabei werden insbesondere die Straßenzüge der begrenzenden Osnabrücker Straße sowie der neuen Nord-Süd-Erschließung (Hochstraße) durch eine dichtere Bebauung aus Mehrfamilien- und Reihenhäusern gefasst. In den rückwärtigen Innenbereichen sind freistehende Einfamilienhäuser vorgesehen, wie sie auch in den angrenzenden Bereichen zahlreich vorhanden sind.

Als Gegensatz dazu werden im industriehistorischen Kern des Areals mit einer Vielzahl von erhaltenen bzw. umgebauten und umgenutzten Gebäuden die zentralen Funktionen des neuen Quartiers angeordnet. Angefangen an der alten Werkszufahrt mit ihren denkmalgeschützten Fassaden, wo Hotel und Kita untergebracht werden, spannt sich mit dem Werkstattanger die alte und neue Mitte des Homann-Areals auf. Hier liegen das Bürgerzentrum mit einem multifunktionalen Vorbereich, eine Quartiersgarage mit integrierter Nahversorgung, Atelierwohnen/Nachbarschaftswerkstatt und Café im ehemaligen Werkstatt-Riegel sowie das Betreute Wohnen mit der Tagespflege im markanten Bestandsgebäude.

Abgehend vom zentralen Bereich des Werkstattangers in Richtung Westen befindet sich ein prägender Raum des ehemaligen Homann-Werks. Hier liegen verschiedene Backsteinbauten, Werksbrücken sowie der Schornstein des Kraftwerks. Seitlich angeordnet befindet sich die ikonische Fassade des ehemaligen Raffineriegebäudes mit dem „Fritz-Homann“-Schriftzug. Die ehemaligen Mitarbeiter des Werks nannten den gesamten Bereich liebevoll „Petersplatz“. Im städtebaulichen Konzept werden die räumlichen Kanten des Petersplatzes aufgegriffen. Das Gebäude der ehemaligen Produktentwicklung, die Fassade des Raffineriegebäudes sowie der Schornstein werden integriert.  

Als Entrée ins Quartier entsteht im Bereich der neuen Zufahrt von der Bahnhofstraße der Fritz-Homann-Platz. Dieser greift die vorhandenen prägenden Raumkanten aus denkmalgeschützter Fassade und ehemaliger Dressing-Fabrik auf. Hier entsteht im zusammenhängenden Block hinter der geschützten Fassade das Lebensmittel-Erlebnis-Museum „MAYO“. Das MAYO beleuchtet zum einen die Geschichte der Firma Homann und erklärt zum anderen v.a. für Kinder und Jugendliche die Zusammenhänge von Ernährung und Lebensmittelproduktion auf spielerische Art und Weise. Es bietet das Potenzial den Standort über die Grenzen Dissens hinaus bekannt zu machen. Aus dem ehemaligen Wasserturm als Wahrzeichen des Homann-Areals wird ein Aussichtsturm, der im Rahmen von Museumsführungen bestiegen werden kann.

Das markante Gebäude der ehemaligen Dressing-Fabrik mit seinem weithin sichtbaren Homann-Schriftzug wird als prägend wahrgenommen. Es soll daher in das neue Konzept integriert werden. Mit seinen offenen Geschossebenen bietet es sich für eine adaptive und etappenweise Entwicklung. Hier können zum einen die geforderten Büroflächen untergebracht werden. Darüber hinaus bietet es Platz für weitere Nutzungen, wie z.B. eine Gastronomie im Erdgeschoss, Co-Working oder ein Fitnessstudio. Auf dem Dach kann eine attraktive Terrasse mit Aussicht entstehen.

Neben dem Betreuten Wohnen ist auch ein Gemeinschaftswohnprojekt vorgesehen, welches den vorhandenen Schornstein als bedeutende Landmarke integriert. Die vier Baukörper sind durch Brücken miteinander verbunden, welche zugleich Balkone oder gemeinschaftlich nutzbare begrünte Laubengänge darstellen.

Die Tankstelle auf dem Areal Am Krümpel wird durch einen hochwertigen Neubau ersetzt, welcher den Straßenraum besser einfasst und das vorhandene Angebot ergänzt. Hierzu können Nutzungen wie Arztpraxen, Physiotherapie und/oder eine Apotheke im EG beitragen.

Freiraumkonzept

Der Werkstattanger ist das zentrale Freiraumelement und die urbane Mitte des neuen Quartiers. Hier entsteht mit dem Kraut-und-Rüben-Spielplatz eine großzügige und attraktive Spiel- und Kletterfläche. Die vorhandenen Bahngleise werden als Reminiszenz an die vormalige Werksnutzung gestalterisch integriert. Ein Wechselspiel aus begrünten Hügeln und offenen Platzflächen verwandelt den zuvor stark versiegelten Raum in einen grünen Freiraum und bietet Raum zum Aufenthalt. Im Süden entsteht im Vorbereich des Bürgerzentrums eine multifunktional bespielbare Fläche. Hier können z.B. Freilichttheateraufführungen, Flohmärkte oder Konzerte stattfinden. Der vom Anger abgehende Petersplatz entwickelt sich zur begrünten Promenade, die großzügige Flächen zur Regenwasserretention bereithält.

Der Fritz-Homann-Platz ist Quartierseingang und Vorplatz für das Museum und Gastronmie bzw. Co-Working. Ein Restaurant in der ehemaligen Dressingfabrik kann hier seinen Biergarten erhalten. Das Museum kann den Außenraum bespielen, z.B. durch gemeinsames Gärtnern um Bezug zur Lebensmittelproduktion zu nehmen.

Der Quartierspark im Bereich des ehemaligen Verwaltungsgartens besticht durch seine altehrwürdigen Bestandsbäume. Er dient als Ruheort und grüner Rückzugsraum für die Bewohner*innen des Quartiers. Im östlichen Bereich werden Außenflächen für den ansässigen KuK SOL e.V. (Kunst und Kultur im südlichen Osnabrücker Land) geschaffen zur Bespielung durch Kunst- und Kulturveranstaltungen. Perspektivisch kann der Park durch eine Neuorganisation des Bereichs Am Krümpel (Zufahrt nur noch von der Osnabrücker Straße) und eine Öffnung des Grundstücks der Villa Blavius nach Osten fortgeführt werden. So stellt er eine attraktive Freiraumverknüpfung mit dem bisher isolierten Homann-Park her.

Zahlreiche Wohnhöfe in den einzelnen Nachbarschaften bieten die Möglichkeit für Spielen, Zusammentreffen und Austausch.

Darüber hinaus bietet das Konzept eine Vielzahl von privaten Freiflächen. Hierfür ist eine weitgehende Begrünung und Bepflanzung vorgesehen. So entsteht ein attraktives Quartier, das einen Beitrag zu Mikroklima, Biodiversität, Regenwasserrückhalt und CO2-Reduktion leistet.

Eine große Zahl an Bestandsbäumen wird erhalten und in das neue Quartier integriert. Zudem werden sind zahlreiche neue Bäume geplant.

Erschließungskonzept

Das HomannQuartier zeichnet sich durch ein einfaches Erschließungssystem aus, welches eine gute Orientierung gewährleistet. In Nord-Süd-Richtung wird das Quartier von der bogenförmigen Erschließungsstraße (Hochstraße) erschlossen, die eine Fortführung der bestehenden Hochstraße darstellt.

Von Westen wird der Erpener Weg bis zum zentralen Punkt der Hochstraße fortgeführt. Als Fuß- und Fahrradverbindung setzt sich dieser über den Petersplatz bis zum Werkstattanger fort.

Der gesamte östliche Quartiersbereich wird durch den Homannring erschlossen, der an zwei Punkten an die Hochstraße anbindet.

Im Osten wird ein Anschluss der Ringerschließung an den Nahversorgungsschwerpunkt Am Krümpel hergestellt, welcher auch eine Wegeverbindung ins Stadtzentrum darstellt. Um Durchgangsverkehr auszuschließen, soll hier eine Durchfahrt für Pkw verhindert werden.

Der innere westliche Quartiersbereich wird durch Stichstraßen erschlossen, die abwechselnd von der Meller Straße oder der neuen Hochstraße abgehen. Alle Stiche werden als Fußwege fortgeführt und auch die einzelnen Wohnhöfe sind durch Fußwege miteinander verbunden. Dadurch entsteht sowohl in Ost-West- als auch in Nord-Süd-Richtung ein dichtes Netz aus Wegeverbindungen.

Die Mehrfamilien- und Einfamilienhäuser, das betreute Wohnen sowie die Kita verfügen jeweils über Pkw-Stellplätze auf dem eigenen Grundstück. Für die übrigen Nutzungen sind die Stellplätze in einer zentralen Quartiersgarage oberhalb des Nahversorgungskomplexes untergebracht. Diese bietet sowohl einen direkten Zugang zu den darunterliegenden Einkaufsmöglichkeiten, als auch einen externen Zugang für die übrigen Nutzer*innen. Darüber hinaus können im Bereich der Quartiersgarage auch Carsharing-Plätze und weitere Mobilitätsangebote zur Verfügung gestellt werden.

Entlang der Erschließungsstraßen sind öffentliche Parkplätze für Besucher vorgesehen, die sich mit Baumstandorten abwechseln.

Fahrradstellplätze werden auf den eigenen Grundstücken untergebracht. Darüber hinaus sind, insbesondere in den stärker frequentierten Bereichen, öffentliche Fahrradbügel vorgesehen.

Um das Quartier besser an den ÖPNV anzubinden, ist eine Buslinienführung über die zentrale Hochstraße mit einer neuen Haltestelle im Kreuzungsbereich mit dem Erpener Weg denkbar.  

Energie und Nachhaltigkeit

Mit dem HomannQuartier soll ein weitgehend nachhaltiges Wohnquartier entstehen. Die bereits beschriebene Begrünung mitsamt Sickermulden und Dachbegrünung der Flachdächer trägt zu einem angenehmen Mikroklima. Sie leistet einen Beitrag zur Reduktion des Regenwasserabflusses sowie zur Förderung der Biodiversität. Zusätzlich ermöglichen Photovoltaikmodule auf den Dachflächen eine weitgehend autarke Energieversorgung der neuen Gebäude. 

Durch einen Ausbau des ÖPNV, die Einrichtung von Car- und Bikesharing-Angeboten und E-Lade-Vorrichtungen wird ein Beitrag zu einer nachhaltige Mobilität geleistet. Neben dem Erhalt von Gebäudesubstanz leisten langlebige (Backstein) und nachhaltige Materialien (Holz, Recycling-Baustoffe) ihren Beitrag zum Klimaschutz. Zudem sollen die Gebäude ein hohes Maß an Energieeffizienz (KfW-Effizienzhaus) aufweisen.

Entwicklungsabschnitte

Das neue Quartier ist gut in unterschiedliche Entwicklungsabschnitte einteilbar. Hierbei ist die Abfolge der Realisierung frei wählbar.

Wünschenswert wäre zunächst eine Entwicklung des Kernbereiches, um eine Versorgung der umliegenden Wohngebiete sicherzustellen. Aus wirtschaftlichen Gründen ist jedoch auch möglich, zunächst die bereits erschlossenen Grundstücke an den Rändern des Gebiets zu entwickeln. Ebenso kann in einem ersten Schritt auch bereits der gesamte westliche Quartiersbereich entwickelt werden. Hierfür wird – nach Rückbau der Lagerhalle und der nördlichen Hallenbaukörper – die neue Nord-Süd-Erschließung (Hochstraße) errichtet und der Erpener Weg fortgeführt.

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