Die Leitidee für das neue Quartier an der Gartenstraße entwickelt sich aus der besonderen Maßstäblichkeit des Ortes. Das Wettbewerbsgebiet liegt an einem Übergang zwischen kleinteiliger Wohnbebauung, gewerblich geprägten Bestandsstrukturen und dem wertvollen grünen Baumbestand im Süden. Der Entwurf nimmt diese unterschiedlichen Maßstäbe auf und übersetzt sie in eine neue Quartiersfigur aus zwei überschaubaren Nachbarschaften.
In der zweiten Phase wurde diese Grundidee weiter geschärft: Die Baukörper formulieren nun klarere Raumkanten, fassen die inneren Mitten präziser und schützen die Wohnhöfe, ohne die Durchwegung und Durchlässigkeit des Quartiers zu beeinträchtigen. Die Freiräume wurden stärker zoniert, die gemeinschaftlichen und privaten Bereiche deutlicher voneinander unterschieden und die nutzbaren Freiflächen im Inneren des Quartiers gestärkt. Gleichzeitig wurde der Umgang mit dem Baumbestand erneut geprüft, um die prägenden Bestandsbäume möglichst weitgehend zu erhalten und in die neue Freiraumstruktur einbinden zu können.
Die beiden Nachbarschaften gruppieren sich jeweils um einen eigenen grünen Wohnhof und werden über eine zentrale Grünachse miteinander verbunden. Diese Achse bildet das gemeinsame freiräumliche Rückgrat des Quartiers: Sie verknüpft die Umgebung mit den inneren Freiräumen, schafft kurze Wege, nimmt Spiel-, Aufenthalts- und Gemeinschaftsangebote auf und bindet den bestehenden Baumbestand in die neue Struktur ein.
So entsteht ein Wohnquartier, das Dichte nicht als geschlossene Großform versteht, sondern als Abfolge gut lesbarer Häuser, Höfe und Freiräume. Die neue Bebauung vermittelt zwischen Bestand und Neubau, zwischen städtischer Adresse und geschützter Nachbarschaft, zwischen wirtschaftlicher Kompaktheit und grüner Weite und schafft Freiraumqualität für alle.
Leitidee
Die Leitidee für das neue Quartier an der Gartenstraße entwickelt sich aus der besonderen Maßstäblichkeit des Ortes. Das Wettbewerbsgebiet liegt an einem Übergang zwischen kleinteiliger Wohnbebauung, gewerblich geprägten Bestandsstrukturen und dem wertvollen grünen Baumbestand im Süden. Der Entwurf nimmt diese unterschiedlichen Maßstäbe auf und übersetzt sie in eine neue Quartiersfigur aus zwei überschaubaren Nachbarschaften. Die beiden Nachbarschaften gruppieren sich jeweils um einen eigenen grünen Wohnhof und werden über eine zentrale Grünachse miteinander verbunden. Diese Achse bildet das gemeinsame freiräumliche Rückgrat des Quartiers: Sie verknüpft die Umgebung mit den inneren Freiräumen, schafft kurze Wege, nimmt Spiel-, Aufenthalts- und Gemeinschaftsangebote auf und bindet den bestehenden Baumbestand in die neue Struktur ein. So entsteht ein Wohnquartier, das Dichte nicht als geschlossene Großform versteht, sondern als Abfolge gut lesbarer Häuser, Höfe und Freiräume. Die neue Bebauung vermittelt zwischen Bestand und Neubau, zwischen städtischer Adresse und geschützter Nachbarschaft, zwischen wirtschaftlicher Kompaktheit und grüner Weite und Freiraumqualität für Alle.
Quartiersadresse und Bestand
Ein besonderer Baustein des Entwurfs ist der Erhalt des ehemaligen Betriebsgebäudes an der Gartenstraße. Das Gebäude bleibt als Zeitzeuge der Geschichte des Firmengeländes erhalten und wird zugleich in eine neue Nutzung überführt. Es vermittelt morphologisch zwischen der bestehenden straßenseitigen Bebauung der Gartenstraße und der neuen, dichteren Quartiersstruktur mit vier Vollgeschossen und Staffelgeschoss. Durch seine geringere Höhe und seine vorhandene Maßstäblichkeit bildet es einen angemessenen Übergang zwischen Bestand und Neubau. Das ehemalige Betriebsgebäude wird zu einem Quartiershaus weiterentwickelt. Durch ein Boarding-House mit integriertem Café und Veranstaltungs-/Seminarraum im 1. Obergeschoss erhält es eine adressbildende Funktion für das neue Quartier.
Das Quartiershaus wird ergänzt durch das neue Generationenhaus in unmittelbarer Nachbarschaft. Hier entstehen im westlichen Teil des Geschosswohnungsbaus studentisches Wohnen in den Obergeschossen sowie eine Tagespflege für Senioren im Erdgeschoss.
Zusammen mit der bestehenden nördlich angrenzenden Bildhauerhalle bilden diese drei zentralen Quartiersbausteine den Auftakt des neuen Quartiers an der Gartenstraße sowie das vermittelnde Scharnier zum umgebenden Wohngebiet. Betont wird dies durch die Ausgestaltung zu einem Quartiersplatz, auf dem unter anderem Raum für Außengastronomie ist. So entsteht ein identitätsstiftender Stadtraum, der Ankommen, Aufenthalt und Nachbarschaft miteinander verbindet.
Wohncluster und Freiraum
Die beiden Wohncluster werden durch viergeschossige Baukörper mit Staffelgeschoss gebildet. Riegelartige und L-förmige Baukörper fassen grüne Wohnhöfe, die jeweils als gemeinschaftliche Mitte dienen. Die Erschließung der L-förmigen Gebäude erfolgt von den angrenzenden Straßenräumen, die Erschließung der Riegelgebäude erfolgt aus den geschützten Hofräumen heraus. In den Riegeln sind die geförderten Wohnungen verortet, in den L-förmigen Baukörpern die freifinanzierten Wohnungen. Dadurch entstehen übersichtliche durchmischte Nachbarschaften mit klarer Adresse, kurzen Wegen und hoher Aufenthaltsqualität. Die Baukörper sind so gesetzt, dass eine angemessene bauliche Dichte erreicht wird, ohne die freiräumlichen Qualitäten des Grundstücks aufzugeben. Die straßenseitigen Gebäude im östlichen Cluster, unter denen die Tiefgarage verortet ist, liegen mit ihrem Erdgeschoss als Hochparterre ca. 50 cm über Straßenniveau. Dadurch entsteht eine vertikale Zonierung, die einen angemessenen sozialen Abstand zwischen öffentlichem Straßenraum und privatem Wohnraum herstellt. Die Gebäude im westlichen Cluster mit den öffentlichen bzw. wohnnahen Nutzungen orientieren sich hingegen – gemeinsam mit dem Bestandsgebäude – am Straßenniveau und sind barrierefrei sowie schwellenlos zugänglich.
An den Übergängen zur bestehenden Nachbarschaft reagiert der Entwurf mit differenzierten Gebäudehöhen und Rückstaffelungen. Die Neubauten vermitteln zwischen der kleinteiligeren Bestandsbebauung und der dichteren inneren Quartiersstruktur. So entsteht ein maßvoller Übergang zwischen bestehender Wohnbebauung, gewerblich geprägtem Umfeld und neuem grünen Wohnquartier.
Besonders der südliche Bereich mit seinem wertvollen Baumbestand wird als grüner Schwerpunkt des Quartiers gesichert und zur Aufenthaltsfläche für unterschiedliche Generationen weiterentwickelt. Die vorhandenen Bäume werden, soweit möglich, integriert und bilden zusammen mit neuen Pflanzungen ein klimaresilientes Freiraumsystem. Zur Gewährleistung des Baumerhalts wird ein entsprechender Schutzabstand eingehalten. Zudem soll der im Wurzelbereich vorgesehene Fußweg teilweise als Holzsteg ausgebildet werden.
Die Bepflanzung setzt auf eine vielfältige, klimaresiliente Baum- und Pflanzenstruktur. Unterschiedliche Arten, Wuchsformen und Blütezeiten schaffen ein lebendiges Erscheinungsbild über das gesamte Jahr: mit Frühjahrsblüte, sommerlicher Verschattung, ökologischer Vielfalt und abwechslungsreicher Herbstfärbung. Der ikonische runde Swimming Pool wird aufgefüllt und in Form eines flachen Plansch- bzw. Matschbeckens in die großzügige Spielfläche integriert.
Mobilität, Klima und Nachhaltigkeit
Das Quartier wird im Inneren autofrei organisiert. Der ruhende Verkehr wird in einer gemeinschaftlichen Tiefgarage gebündelt. Diese verläuft linear, so dass möglichst viele Wohngebäude einen direkten Anschluss erhalten und nur ein geringer Anteil der Freiräume unterbaut wird. Fahrradabstellplätze, kurze Wege und eine gute Anbindung an die Umgebung unterstützen eine nachhaltige Mobilität. Ergänzt wird dies durch ein mögliches Angebot für Car- bzw. Bikesharing am Nonnenpfad. Die zentrale Grünachse, die Wohnhöfe und der Erhalt des Baumbestands bilden die Grundlage für ein klimaangepasstes Quartier. Entsiegelung, Verschattung, Retention und Versickerung werden als zusammenhängendes Freiraum- und Regenwassermanagement verstanden. Dachflächen werden als Solar- und Retentionsdächer mit Begrünungsanteilen gedacht. Die kompakte Anordnung der Baukörper reduziert versiegelte Flächen und unterstützt eine wirtschaftliche, energieeffiziente Umsetzung.
Fazit
Das neue Quartier Gartenstraße verbindet bezahlbaren Wohnraum, hohe Freiraumqualität und den respektvollen Umgang mit dem Bestand. Aus der zentralen Grünachse, den zwei Wohnclustern und dem erhaltenen Quartiershaus entsteht ein identitätsstarker Stadtbaustein für Bonn-Beuel. Der Entwurf schafft Dichte, ohne grüne Weite aufzugeben, und entwickelt aus der Geschichte des Ortes eine zukunftsfähige Adresse für ein lebendiges Wohnquartier.































